2,5 mg
Er zählte.1, 2. er stockte, er wusste nicht, ob es verstörend war. 3, 4. Eine noch. 5.
Die Stimme bebt und der Blick ist Eis
Gleich geht jemand hier zu weit
Die Zunge ist geladen und bereit
Die Wörter von der Leine zu lassen, sich Feinde zu machen
Es war so schön wie immer. Er hatte sie den ganzen Abend angelächelt und ihr gebannt zugehört. Er hatte also einen Bart. Er malte ihn sich vor. Sollte er eifersüchtig sein?
Die Pfeilspitzen voller Gift
Der Feind wackelt, wenn du triffst
Du triumphierst, wenn er kippt
Doch morgen um diese Zeit tut es dir leid
Nein, wozu. Weder kann man einen Menschen besitzen, noch so sehr eifern. Entspannt lehnte er sich zurück und schaute sie an. Den ganzen Abend schon brodelte es in ihr. Was war das Problem, konnte er helfen?
Hahnenkampf um einen haufen Mist
Jemanden opfern für lau nen witz
Eine Spinne tot-duschen, wenn du in der Wanne sitzt
Einem dummen zeigen, dass du schlauer bist
Er nahm sie wortlos in den Arm. Wie seine Töchter schmiegte sie sich an ihn, mit den Tränen ringend. Sie seufzte. Er fühlte sich gut, noch nie zuvor tat sie dies, sich anlehnen, scheinbar beruhigt.
Denn es steckt mit dir unter einer Haut
Und du weißt, es will raus ans Licht
Die Käfigtür geht langsam auf und da zeigt es sich:
Das zweite Gesicht
Auf einmal stieg etwas in ihm auf, etwas lange Vergessenes. Es war wieder soweit, das Monster klopfte an. Er wusste nicht wieso, woher, wohin mit sich. Im Rucksack.
Ein Biest lebt in deinem Haus
Du schließt es ein, es bricht aus
Das gleiche Spiel jeden Tag
Vom Laufstall bis ins Grab
Er wusste ganz genau, wo er hingreifen musste. Hatte sie etwas falsch gemacht? Ja, die Chemie in seinem Körper, Hirn, Herz. Es war ein tiefes Brodeln, irrsinnig, wahnwitzig.
Du willst nach vorn, die anderen wollen zurück
Du hast Visionen, doch sie kommen nicht mit
Jemand steht zwischen dir und deinem Glück
Und es macht dich rasend, kannst es nicht ertragen
Er musste handeln, er wollte sie nicht beleidigen. Er stellte sich die schlimmsten Sachen vor, sie, weinend, wie er so gemein sein konnte, unter der Gürtellinie.
Du guckst dir zu und hörst dich reden
Du bist grad sensationell daneben
Versuchst vom Gas zu gehen, dein Fuß ist grad gelähmt
Du siehst die Wand und fährst dagegen
Er versuchte, sie aus der Reserve zu locken, da muss doch noch etwas sein. Sie kämpfte, die Wut stieg in ihr hoch.
Du spielst falsch, um nicht zu verlieren
Dann feiern, als wär nix passiert
Dein Gewissen ist betrunken
Die Frau deines Freundes kommt mit zu dir
Er verstand, dennoch zu schwach, um normal zu agieren. Die 5. war eine Qual.
Es steckt mit dir unter einer Haut
Und du weißt, es will raus ans Licht
Die Käfigtür geht langsam auf und da zeigt es sich:
Das zweite Gesicht
Morgens. Er wachte auf. Ruhig, entspannt. Was war gestern nur passiert?
das zweite gesicht
peter fox
